ITIL 4 wurde entwickelt, um ITIL flexibler zu machen und um die agilen Arbeitsweisen wie SCRUM, Lean Management, Kanban und andere zu integrieren. Diese höhere Flexibilität wurde allerdings erkauft durch eine Version, die hohe Anforderungen an die Implementierungsfähigkeit stellte.
Bei ITIL V3 gab es ein einfach zu verstehendes und implementierbares System, den sogenannten ITIL Service LifeCycle. Dieses Konzept hatte jedoch den Nachteil, sehr aufwändig zu sein und damit auch viel Zeit für die Umsetzung in Anspruch zu nehmen.
Die Nachfolgeversion ITIL 4 lieferte mit dem Service Value System ein neues, flexibles Konzept. Der frühere lineare Ansatz StrategieàDesignàTransitionàOperation (plus Continual Improvement) wurde ersetzt durch Rahmenbedingungen wie Guiding Principles und eine Governance. Eine Art Toolbox Service Value Chain, Service Wertschöpfungskette lieferte die Möglichkeit, einen Plan für jede Art von Arbeit zu erstellen. Dieser Plan führte zum Value Stream, der dann mittels der 34 Praktiken umgesetzt wurde. In der Praxis stiess dieses Konzept teilweise auf Ablehnung und teilweise auf Unverständnis. Bei vielen Unternehmen sah ITIL 4 deshalb in etwa so aus wie bei ITIL V3; es wurde nur ergänzt um die ITIL 4 Praktiken.
Mit ITIL Version 5 hat man diese Schwierigkeiten beseitigt. Es gibt eine neue Service Wertschöpfungskette, bestehend aus acht übergeordneten Aktivitäten, die sich voll an der Praxis orientiert. Das bei ITIL 4 wenig genutzte LifeCycle Konzept erlebt mit ITIL Version 5 ein Comeback, was die Umsetzbarkeit und Verständlichkeit deutlich erhöht.
Für ITIL 4 Kenner ist die neue Version eine sehr konsistente Weiterentwicklung. Das bei ITIL 4 erworbene Wissen ist keineswegs verloren, sondern auf ihm wird aufgebaut. So bleiben uns die 34 Praktiken erhalten wie auch die vielgelobten Guiding Principles. Diverse Key Concepts und Methodiken, die bei ITIL in weiterführenden Seminaren vermittelt wurden, sind nun bereits Bestandteil von ITIL Version 5 Foundation wie beispielsweise die Customer Journey, bei der es um die Interaktionen von Provider und Customer geht. Selbstverständlich dürfen bei ITIL Version 5 Themen der Digitalisierung und die Einbindung von KI nicht fehlen.
Auch die Ausbildungsreihen bei ITIL 4 zum „ITIL Managing Professional“, „ITIL Practice Manager“, „ITIL Strategic Leader“ wurden beibehalten und um ITIL Version 5 Aspekte ergänzt. Mittels Bridgekursen können diese Zertifizierungen auf ITIL Version V5 upgedated werden. Sogar die erneute Zertifizierung zum ITIL Master ist für ITIL 4 Master über einen Bridge Kurs möglich. Diese weiterführenden ITIL Version 5 Kurse werden von PeopleCert im Laufe der sechs Monate auf den Markt gebracht, jeweils mit englischen Prüfungen. Leicht zeitverzögert folgen dann die deutschen Prüfungen.
Wir bieten Ihnen ein breites Portfolio an offiziellen ITIL Kursen sowie Workshops in Basel und der ganzen Schweiz zu ITIL Produkten an.